Deutsche ILCO e.V.

Leitbild der Deutschen ILCO e.V.
Wir sind die bundesweite gemeinnützige Selbsthilfeorganisation für Menschen mit künstlichem Darmausgang oder künstlicher Harnableitung (Stoma) sowie für Darmkrebsbetroffene und Angehörige.

Als Selbstbetroffene fühlen wir uns verpflichtet, in ehrenamtlicher Tätigkeit allen Betroffenen in Deutschland Hilfe zur Selbsthilfe zu leisten, unabhängig von Weltanschauung, Nationalität und Kultur.

Unser Leitbild beschreibt die Ziele und Grundzüge unserer Tätigkeit. Es gibt uns Orientierung für die tägliche Arbeit. Es wurde ILCO-übergreifend entwickelt und von der Bundesdelegiertenversammlung am 27.06.2020 beschlossen. Alle, die sich ehren- und hauptamtlich für die ILCO einsetzen, sind aufgerufen, an der Umsetzung der folgenden Leitsätze mitzuwirken.

Unser Auftrag
Als Selbstbetroffene können wir aus eigener Erfahrung die Sorgen und Nöte, die der Einzelne1 in seiner ganz persönlichen Situation hat, nachempfinden. Wir wollen ihn in seiner Krankheits- und Alltagsbewältigung unterstützen und aufzeigen, dass ein eigenständiges und selbstbestimmtes Leben in Betroffenheit lebenswert ist. Unser Ziel ist es, zur Verbesserung seiner Lebensqualität beizutragen.

Was wir tun
Betroffene und deren Angehörige unterstützen wir dort, wo sie Hilfe benötigen: in Kliniken, in der Rehabilitation und im niedergelassenen Bereich. Basis unserer Hilfe, die wir als notwendige Ergänzung zur professionellen Pflege ansehen, sind die vielfältigen eigenen Erfahrungen zum täglichen Leben mit einem Stoma oder einer Darmkrebserkrankung, die wir an die Betroffenen weitergeben.

Besonderen Wert legen wir auf das persönliche Gespräch im Rahmen unserer Besuchsdienste, aber auch auf den Erfahrungsaustausch in lokalen Gesprächsrunden, Informations-veranstaltungen und auf unserem digitalen Betroffenenforum. Informationen vielfältiger Art stellen wir auch durch Broschüren, unsere Mitgliederzeitschrift, auf unserer Homepage und in digitalen Medien zur Verfügung.

Wir vertreten die Interessen der Betroffenen in der Gesundheits- und Sozialpolitik auf Bundes- und Landesebene und sind aufgrund unserer Kompetenz, Neutralität und Unabhängigkeit ein anerkannter Gesprächspartner in Gremien und Ausschüssen.

Wir sind gut vernetzte Partner der im Gesundheitswesen tätigen Berufsgruppen, Organisationen und Institutionen. So kooperieren wir mit Kliniken und – auf nationaler und internationaler Ebene – mit Verbänden und gesundheitspolitischen Einrichtungen, um die Interessen der Betroffenen zu vertreten und unsere Kompetenzen und Leistungsangebote auszubauen.

Unser betroffenenspezifisches Wissen erweitern wir gezielt und bringen es in Qualifizierungsmaßnahmen für unsere eigenen Mitglieder und Mitarbeiter, aber auch für externes Fachpersonal ein. Wir stellen es im Rahmen unserer Öffentlichkeitsarbeit allen Interessierten zur Verfügung.

Wir informieren und motivieren, Angebote zur Prävention und Früherkennung wahrzunehmen und unterstützen Initiativen zur Förderung der Prävention. Die dabei erzielten Erkenntnisse machen wir über unsere Medien bekannt.

An wen wir uns wenden
Wir unterstützen Darmkrebserkrankte ebenso wie Stomaträger mit unterschiedlichen Grunderkrankungen und Stomata sowie ehemalige Stomaträger. Die Angehörigen begleiten wir in der Bewältigung ihrer psychosozialen Betroffenheit. Offen sind wir für alle an diesen Themen und Aufgaben interessierten Menschen.

Auch den Menschen und Organisationen, die unsere Hilfe erst möglich machen, bringen wir Wertschätzung und Zuwendung entgegen – unseren Mitgliedern und hauptamtlichen Mitarbeitern sowie unseren Partnern.

Was uns zur Verfügung steht
Der Erfolg unserer Tätigkeit beruht vor allem auf dem ehrenamtlichen Engagement unserer Mitglieder, ihrer Erfahrung aus Selbstbetroffenheit, ihrem Wissen und ihrer sozialen Kompetenz. Das umfangreiche Leistungsspektrum der ILCO wäre ohne die zusätzlichen organisatorischen Tätigkeiten unserer hauptamtlichen Mitarbeiter nicht realisierbar.

Mitglieder und Mitarbeiter sind uns wichtig. Sie werden für ihre jeweiligen Aufgaben in Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen qualifiziert und gefördert. Unser Umgang untereinander ist respektvoll, hilfsbereit und fair.

Um bundesweit, regional und lokal gut erreichbar zu sein, bauen wir unsere differenzierten Organisations- und Kommunikationsstrukturen weiter aus. Verantwortungsbewusstes und wirtschaftliches Handeln bedeutet, dass wir effektive und effiziente Arbeitsabläufe auf Basis transparenter Regelungen und modern ausgestatteter Strukturen sicherstellen. Wir handeln zweckorientiert und mit wirtschaftlichem Mitteleinsatz.

Je größer die Gemeinschaft unserer Mitglieder ist, desto wirkungsvoller können wir sein. Einnahmen aus Mitgliedsbeiträgen sind eine wichtige Voraussetzung für unsere Unabhängigkeit. Des Weiteren finanzieren wir uns aus Fördergeldern und Spenden. Unser Neutralitätsanspruch schließt Zuwendungen von im Gesundheitswesen tätigen Wirtschaftsunternehmen aus.

Unterstützung und Synergien ziehen wir aus der Zusammenarbeit mit unseren Kooperationspartnern und Netzwerken: Kliniken, Selbsthilfeorganisationen und Forschungs-institutionen ebenso wie Ärzteschaft und Pflegepersonal.

Unsere Überzeugungen und Werte
Grundlage unseres Handelns ist eine Organisationskultur, die allein von den Interessen der Betroffenen ausgeht und von der vertrauensvollen, wertschätzenden und fairen Zusammenarbeit aller Mitwirkenden geprägt ist.

Gemeinschaft und der offene, harmonische Austausch unter Gleichbetroffenen ist uns wichtig. Ebenso bedeutungsvoll ist für uns das ehrenamtliche Engagement aus Selbstbetroffenheit und unsere Hilfe zur Selbsthilfe als kompetente, unabhängige und neutrale Selbsthilfe-Organisation.

Unsere Ziele
Um unserer Verantwortung gegenüber den Betroffenen und dem Gesundheitswesen nachzukommen, müssen wir eine aktive, starke und zukunftsorientierte Gemeinschaft sein. Um die Lebensqualität der Betroffenen zu verbessern, wollen wir unsere Leistungen in Deutschland flächendeckend, bedarfs- und qualitätsorientiert bereitstellen. Ebenso sollen unsere Angebote von hoher fachlicher und sozialer Betroffenenkompetenz sein.

Wir setzen uns für eine angemessene medizinisch notwendige Versorgung ohne Aufzahlung ein und für den Abbau der Tabuisierung des Stomas und des Darmkrebses. Den gesellschaftlichen Entwicklungen wollen wir gemäß unserer Verantwortung Rechnung tragen und das gesellschaftliche Bewusstsein und Wissen über das Leben mit einem Stoma und einer Darmkrebserkrankung fördern.