Welt-Stoma-Tag 2021

„Die Rechte von Stomaträgern sind Menschenrechte – immer und überall“

Pressemitteilung der Deutschen ILCO e.V. – Bundesverband

Der diesjährige Welt-Stoma-Tag findet zum zehnten Mal statt und vereint alle Stomaträgerinnen und Stomaträger auf der ganzen Welt, um für mehr Aufmerksamkeit und Aufklärung in der Gesellschaft zu werben.

Ein Stoma ist eine künstlich geschaffene Verbindung von einem Hohlorgan zur Körperoberfläche, wie etwa bei einem Darm- oder Blasenausgang. Häufigste Ursache sind Darm- oder Blasenkrebs und entzündliche Erkrankungen des Darms oder der Blase. Stomaträger fordern eine gleichberechtigte Chance auf eine selbstbestimmte Teilnahme am normalen sozialen Leben.

Jeder Welt-Stoma-Tag steht unter einem bestimmten Motto: In diesem Jahr liegt der Fokus auf den Rechten von Stomaträgern weltweit. Besonders aufgrund der Corona Pandemie und der dazugehörigen Reduzierung des sozialen Lebens, fehlte vielen Betroffenen der persönliche Kontakt zu Gleichgesinnten oder Experten. Zudem wurde das Hauptaugenmerk in vielen Ländern auf das Covid-19-Virus gelegt, sodass die Bedürfnisse von Stomaträgern oft vernachlässigt wurden. In Deutschland ist die Versorgung von Stoma-Patienten durch die Vielfalt an Versorgungsmitteln und die Kostenübernahme zwar gedeckt, doch so sieht es leider nicht überall auf der Welt aus. Genau deshalb ist der internationalen Stomavereinigung IOA besonders wichtig, mittels des Welt-Stoma-Tages ein öffentliches Zeichen gegen Diskriminierung und für mehr Akzeptanz in der Gesellschaft zu setzen.

Als Maßstab hierfür gilt eine eigens ausformulierte „Charta der Rechte von Stomaträgern“,(https://www.ilco.de/stoma/stomaträger-weltweit/) in welcher alle besonderen Anforderungen für diese spezielle Gruppe von Menschen zusammengefasst sind.

Stärker noch als andere Menschen sind Stomaträgerinnen und Stomaträger auf eine verlässliche, öffentliche und auf ihre speziellen Anforderungen eingerichtete sanitäre Infrastruktur angewiesen. Dieses ist eine besonders wichtige Voraussetzung für eine selbstbestimmte Teilnahme am sozialen Leben, wie z.B. Reisen mit dem PKW oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln, Bummeln durch Innenstädte sowie der Teilnahme an kulturellen oder sportlichen Veranstaltungen. Äußerlich ist Stomaträgern ihre „Behinderung“ nicht anzusehen, was die Inanspruchnahme von Behindertentoiletten bisweilen verhindert oder erschwert. Gerade dann, wenn diese generell verschlossen sind und erst auf Nachfrage vom Inhaber geöffnet werden müssen. Weiterhin sind Menschen mit künstlichem Darm- bzw. Blasenausgang auf eine spezifische Gestaltung von Sanitärräumen angewiesen. Sie brauchen beispielsweise Ablageflächen, um ihre Utensilien auszubreiten und einen guten Spiegel, um anschließend zu kontrollieren, ob die Stomabeutel korrekt angelegt sind.

Die Deutsche ILCO nimmt den diesjährigen Welt-Stoma-Tag zum Anlass, durch ihre Mitglieder die sanitäre Situation an vielen Orten überprüfen zu lassen und zu bewerten. Auch dieses zählt zu der bedarfsgerechten Versorgung, die Stomaträger für ein Leben ohne Diskriminierung benötigen, die sie in ihrer Charta fordern.

Seit 1993 wird der Welt-Stoma-Tag alle drei Jahre begangen, immer am ersten Samstag im Oktober. In diesem Jahr am 02. Oktober 2021.